Apfelsaft-Tanks prall gefüllt
Jede Obsternte ist anders – diese Weisheit unserer langjährigen Mitarbeiterin
Bernadette Morcinek hat sich auch in diesem Jahr wieder bestätigt.
Ich dachte, schlimmer als 2007 geht´s nimmer. In Baden Württemberg hatten
wir eine starke Apfelernte, während die Äpfel im übrigen Europa Nachtfrösten
im April zum Opfer gefallen waren. So gab es insgesamt gesehen doch
wenige Äpfel. Die daraus resultierenden hohen Preise brachten viele
Safthersteller in ernste finanzielle Schwierigkeiten. So waren die Kassen
mancher Betriebe zur Ernte 2008 zu wenig gefüllt, als dass die Rohware Apfel
aus eigenen Mitteln finanziert werden konnte.
Die von der Finanzkrise gebeutelten Banken taten sich ihrerseits schwer, zur
Entspannung der Lage beizutragen.
Die im August 08 vorgelegenen Ernteprognosen gaben noch keinen Grund zur
Beunruhigung, man rechnete national mit 95 % der Vorjahresmenge.
…aber es kam anders. Die erfasste Menge einer unserer Sammelstellen
verdeutlicht die Dramatik: So wurden an einem Samstag im Oktober 2007 dort
21 Tonnen abgeliefert, ein Jahr später waren es fast 80! An diesem 1. Oktober-
Wochenende galt es für uns in der Summe 350 Tonnen zu bewältigen – der
Rekord wurde somit um das doppelte überschritten. Unsere Mitarbeiter
arbeiteten am Limit, unsere Presse lief pausenlos. Während einige Mostereien
mangels Lagerkapazitäten die Obstverarbeitung einstellen mussten, gelang
es uns innerhalb von zwei Wochen ein neues Tanklager für weitere 300.000
Liter zu errichten. Eine Woche lang konnten nur noch kleinere Mengen Äpfel
angenommen werden. Fast alle Mostereien hatten zu diesem Zeitpunkt die
Preise für Äpfel auf bis zu € 3,00 / 100 kg abgesenkt. Diesem Beispiel folgten
wir jedoch nicht. Niemand sollte bestraft werden, der sein Obst später und
somit reifer geerntet hatte. Für diese möglicherweise wirtschaftlich falsche
aber menschlich richtige Entscheidung haben wir im Nachhinein viel Lob und
Anerkennung erhalten.